Meelah betritt zusammen mit Mahkku und einigen Shu’halo des Stammes der Sturmhufe eine kleine Höhle. Dort erblicken sie die Älteste Tauna, die alleine in der Höhle sitzt. Es macht den Anschein als hätte sie die Shu’halo bereits erwartet …

„So lasst uns beginnen mit dem Ritus der Suche. Ein jeder Schamane begibt sich auf die Suche. An jedem Tag seines Lebens. Vom Tag seiner Geburt bis zum Tag an dem er die Reise zu den Ahnen antritt. Auch deine Suche wird nicht enden, junge Meelah. Aber sie wird dich voranbringen auf dem Weg den die Geister für dich vorgesehen haben und wo sie zwar kein Ende hat, so hat doch alles irgendwann einen Anfang. Vielleicht ist dieser Anfang heute und hier. Vielleicht aber suchst du auch nur eine Antwort auf eine Frage. Vielleicht nur eine Bestätigung dessen, was du schon lange zu wissen glaubst.“

Die Älteste holt schließlich ein Holzbrett hervor auf dem sie nacheinander vier Gegenstände platziert. Zuerst eine kleine Schale die mit Wasser gefüllt ist, dann folgt eine Kerze, ein Stein und zu guter Letzt ein Windrad. Tauna fordert Meelah auf sich nacheinander auf die Gegenstände zu konzentrieren, mit den Worten: “Wir werden sehen was für eine Art Schamanin du vielleicht einmal werden kannst.“

Die junge Shu‘halo nickt sachte und besieht sich kurz die vier Gegenstände, dann richtet sie ihren Blick zuerst auf die Wasserschale und scheint sich voll und ganz darauf zu konzentrieren. Tauna und vermutlich auch die anderen anwesenden Tauren beobachten gespannt die Schale. Es dauert nur wenige Augenblicke und ohne erkennbare Erschütterung beginnt das Wasser über den Rand des Gefäßes zu laufen und rinnt in die Richtung von Meelah. Es tropfen sogar wenige Tropfen des Wassers auf ihre Hufe, danach scheint das Wasser wieder zu verstummen und bleibt völlig still. „Wasser!

Tauna deutet dann auf die Kerze und schließt ihre Augen. Meelah sieht noch einige Momente auf das Wasser, ich ihrem Gesicht ist dabei eine Mischung aus Faszination, Verwunderung und Freude zu erkennen. Dann lenkt sie ihren Blick auf die Kerze und konzentriert sich auf diese. Die Älteste öffnet ihre Augen wieder und an der Kerze ist allerdings keinerlei Veränderung zu erkennen, sie bleibt wie sie war – erloschen. „Feuer“ spricht sie leise aus und deutet als nächstes auf den Stein.

Die angehende Schamanin nickt langsam und wirkt dieses Mal ein wenig enttäuscht aber sie tut was ihr die Älteste vorgibt und lenkt ihre Konzentration auf den Stein. Wieder fixieren sich die Blicke der Anderen auf den Gegenstand. Tatsächlich beginnt dieser zuerst sachte zu zittern und bewegt sich dann einige Umdrehungen in Meelah’s Richtung. Tauna sieht zuerst zu der Tauren, dann wieder zu dem Stein, wie er kurz vor dem Ende des Brettes wieder zum liegen kommt. „Erde!“

Auf Meelah’s Gesicht breitet sich ein sachtes Lächeln aus und sie schlackert kaum merklich mit ihren Ohren, dann wandern ihre Augen gen das Windrad und somit zum letzten Gegenstand. Wieder ist Konzentration ihrem Gesichtsausdruck zu entnehmen. Wieder warten alle gebannt was wohl geschehen wird. Es ist völlig windstill in der Höhle. Dennoch könnte man bei genauerem Hinsehen etwa eine viertel Umdrehung des Windrades feststellen. Die Älteste runzelt die Stirn. War es doch nur ein Windhauch? Das Windrad dreht sich nicht weiter, es verharrt in derselben Position. „Luft!“

„Auf deiner Suche werden alle Elemente wichtig sein, junge Meelah. Wie für uns alle. Dennoch können Wasser, Erde und vielleicht auch die Geister der Luft deinen Weg besonders beeinflussen. Auf die eine oder andere Weise.“

„Was ist mit dem Element des Feuers? Es scheint gar nicht auf mich anzusprechen.“

„Ja, nicht allen Schamaninen gelingt es in ihrem Leben alle Elemente zu meistern. Das heißt nicht, dass es nicht trotzdem möglich ist. Mit den Feuergeistern wirst du dir aber, wie es scheint, am schwersten tun.“

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